Grundlagen

Stand der Technik

Modell, Schatten, Zwilling — und die Normen dahinter

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2026

„Digitaler Zwilling" wird für sehr verschiedene Dinge benutzt. Die gängige Abgrenzung richtet sich allein danach, wie automatisch die Daten fließen.

Digitales Modell

Reale Anlage und Modell existieren nebeneinander, Daten werden von Hand übertragen.

Digitaler Schatten

Die Anlage speist das Modell selbsttätig, aber nicht zurück.

Digitaler Zwilling

Daten fließen in beide Richtungen selbsttätig — hier liegt diese Arbeit.

Normativer Rahmen

Drei Regelwerke stecken das Feld ab: DIN EN ISO 23247 beschreibt den digitalen Zwilling in der Fertigung, VDI 2206 liefert die Entwicklungsmethodik für mechatronische Systeme, IEC 61131 steht für die speicherprogrammierbare Steuerung selbst. Dazu kommt die Frage der Echtzeitfähigkeit: Ein fester Takt ist etwas anderes als ein garantierter Takt — diese Unterscheidung wird später bei der Bewertung wichtig.

Einordnung in ISO/OSI

Die Kopplung lässt sich sauber im Referenzmodell verorten: Browser, REST-HTTP und WebSocket liegen auf Schicht 7, das JSON-Format auf Schicht 6, darunter TCP/IP und ganz unten die serielle Verbindung zur Signalbrücke.

Einordnung der Systemteile in das ISO/OSI-Referenzmodell
Einordnung der Systemteile in das ISO/OSI-Referenzmodell

Was in der Ausbildung fehlt

Digitale Zwillinge für Laboranlagen existieren, sie sind aber meist an eine bestimmte Anlage gebunden oder brauchen Lizenzsoftware. Für den Ausbildungsbetrieb, der mit vorhandenen LOGO!-Steuerungen arbeitet, gab es keine passende Lösung — deshalb die Eigenentwicklung.