Warum

Die Ausgangslage

Eine Prüfungsplatine, die schweigt, wenn sie warnen müsste

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2026

Ein Auszubildender testet vor der Prüfung sein Steuerungsprogramm für einen beheizten Tank. Im Programm fehlt die Verriegelung der Heizung. An einer echten Anlage stiege jetzt unbemerkt der Druck. Auf der Prüfungsplatine passiert: nichts. Sichtbar würde der Fehler erst, wenn der Prüfling den passenden Schiebeschalter selbst umlegt — er müsste also genau den Fehler nachstellen, den er übersehen hat.

Was vorhanden war

Beim Praxispartner Mugler SE in Oberlungwitz werden Elektroniker für Betriebstechnik und Industrieelektriker ausgebildet. SPS-Technik gehört fest zur Ausbildung, im Betrieb überwiegend mit der Siemens LOGO!. An Prüfungstechnik gab es genau zwei Dinge: diese Steuerungen und die IHK-Simulationsplatinen, angebunden über eine 32-polige Steckkarte. Rund 30 Stück sind im Einsatz, nachgebildet werden unter anderem Heiztank mit Mischer, Aufzug, Vereinzelungsanlage und Abfüllanlage.

Die Anlage selbst existiert auf so einer Platine nur als aufgedruckte Silhouette. Jede Prozessgröße wird von Hand nachgestellt, Rückmeldung gibt es über Leuchtdioden. Keine Prozessdarstellung, keine Fehlerrückmeldung, kein Zustand, der sich von selbst weiter­ entwickelt.

Simulationsplatine aus der IHK-Prüfungstechnik — Grundkonzept mehrere Jahrzehnte alt
Simulationsplatine aus der IHK-Prüfungstechnik — Grundkonzept mehrere Jahrzehnte alt

Die Lücke

Während die Praxis in Richtung vernetzter Anlagen läuft, arbeitet die Ausbildung an Aufbauten, deren Grundprinzip Jahrzehnte alt ist. Genau an dieser Lücke setzt die Arbeit an: Die Platine soll durch ein rechnendes Modell ersetzt werden, gegen das dieselbe Steuerung mit unverändertem Programm arbeitet.