85 Begriffe
Glossar
Die Fachbegriffe der Arbeit von A bis Z, sachlich erklärt und mit den Kapiteln verknüpft, in denen sie vorkommen. Alle Definitionen stammen aus dem Inhalt dieser Erklärung.
0–9
- 24-V-Ebene
-
Signalebene der Steuerung mit 24 V Gleichspannung. Sie wird aus einem eigenen Netzteil versorgt und ist von der 5-V-Signallogik der Signalbrücke galvanisch getrennt.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Galvanische Trennung Wandlerstufe
A
- Analytische Lösung
-
Geschlossene mathematische Lösung einer Gleichung. Für das PT1-Verhalten existiert sie; deshalb dient sie in Szenario 2 als Vergleichswert für die numerische Rechnung des Modells.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch PT1-Glied Euler-Verfahren (explizit)
- Anlagenmodell
-
Rechenmodell einer Anlage, das die einheitliche Schnittstelle compute_step umsetzt und als Plugin geladen wird. Auf der Plattform laufen 13 Anlagenmodelle; das Heiztankmodell ist eines davon.
Vorkommen in Kapitel 1 · Ausgangslage Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Plugin compute_step
- Antoine-Gleichung
-
Gleichung, mit der das Modell den Sättigungsdruck aus der Temperatur berechnet. Übersteigt der Sättigungsdruck den Druck im Tank, siedet das Wasser (Abb. 10).
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Sättigungsdruck
- Anwendungsschicht
-
Mittlere der drei Softwareschichten: orchestrator.py auf Port 8050. Sie taktet die Simulation, lädt Modelle zur Laufzeit nach (Hot-Swap) und verteilt die Ergebnisse.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 9 · Der Simulationstakt
Siehe auch Orchestrator Darstellungsschicht Kommunikationsschicht
- Arduino Mega
-
Mikrocontroller-Platine, die im Prüfstand als Signalbrücke arbeitet. Sie liest und setzt die 5-V-Signale der Wandlerebene und überträgt den Zustand seriell mit 115200 Baud an das Gateway.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Signalbrücke
B
- Bedienfeld
-
Tafel auf der Vorderseite des Prüfstands mit zwölf Tastern und Meldeleuchten. Es ist parallel zur Steuerung angeschlossen, sodass ein Taster und ein Relaiskontakt am Eingang dieselbe Wirkung haben.
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Prüfstand
- Beteiligte
-
Personengruppen, aus deren Bedürfnissen die Anforderungen folgen: Auszubildende (SPS-Programm an einer reagierenden Anlage testen), Ausbilder (robuste, schnell startbare Umgebung) und die Prüfungsvorbereitung (Kompatibilität mit vorhandenen Steuerungen).
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen
Siehe auch Funktionale Anforderungen (FA)
- Bewertungskriterien
-
Vier Kriterien der Testszenarien: Plausibilität (Richtung und Größenordnung), Konsistenz (Zustand und Sensorbit passen exakt zusammen), Stabilität (Rechnung bleibt über zehntausende Zyklen stabil) und Visualisierungstreue (Oberfläche zeigt die Modellwerte richtig).
Vorkommen in Kapitel 10 · Fünf Testszenarien
Siehe auch Testszenario
- Bezugspotenzial
-
Gemeinsamer Bezugspunkt einer Spannungsebene. Im Prüfstand sind die Bezugspotenziale der 24-V- und der 5-V-Ebene bewusst getrennt geführt; deshalb muss jedes Signal ohne leitende Verbindung übertragen werden.
Vorkommen in Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Galvanische Trennung
- Broker
-
Zentraler Nachrichtenvermittler, über den bei MQTT alle Komponenten kommunizieren. Er hätte installiert, konfiguriert und betrieben werden müssen und wurde in der Konzeptentscheidung nicht gewählt.
Vorkommen in Kapitel 5 · Lösungsansätze und Konzeptentscheidung
C
- Canvas 2D
-
Zeichenschnittstelle des Browsers. Die Darstellungsschicht verwendet sie für die Animation der Anlage.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur
Siehe auch Darstellungsschicht
- compute_step
-
Die eine Schnittstellenfunktion jedes Anlagenmodells: compute_step(inputs, dt) liefert den physikalischen Zustand (plant), die Sensorbits (sensors) und die logischen Ausgänge (outputs_logical). Die Modellprüfung in Kapitel 10 läuft direkt gegen diese Funktion.
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 9 · Der Simulationstakt Kapitel 10 · Fünf Testszenarien Kapitel 12 · Ausblick
Siehe auch Plugin Sensorbits
D
- Darstellungsschicht
-
Oberste der drei Softwareschichten: der Browser mit Canvas-2D-Animation, Bedienpanel und Fehlerlog. Er wird per WebSocket mit dem Zustand versorgt.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur
Siehe auch Anwendungsschicht WebSocket
- Digitaler Schatten
-
Stufe der Abgrenzung nach dem Datenfluss: Die Anlage speist das Modell selbsttätig, aber nicht selbsttätig zurück.
Vorkommen in Kapitel 3 · Stand der Technik
Siehe auch Digitales Modell Digitaler Zwilling
- Digitaler Zwilling
-
Stufe der Abgrenzung nach dem Datenfluss: Die Daten fließen in beide Richtungen selbsttätig. Die Abgrenzung richtet sich allein nach dem Grad der Automatisierung, nicht nach der Genauigkeit des Modells; in dieser Arbeit ist die reale Steuerung der physische Kopplungspartner.
Vorkommen in Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen Kapitel 3 · Stand der Technik
Siehe auch Digitales Modell Digitaler Schatten
- Digitales Modell
-
Stufe der Abgrenzung nach dem Datenfluss: Reale Anlage und Modell existieren nebeneinander, und Daten werden in beiden Richtungen von Hand übertragen.
Vorkommen in Kapitel 3 · Stand der Technik
Siehe auch Digitaler Schatten Digitaler Zwilling
- Diskretisierung
-
Umwandlung der gekoppelten Gleichungen des Modells in Rechenschritte fester Schrittweite. Das Modell verwendet dafür das explizite Euler-Verfahren mit Δt = 50 ms.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell Kapitel 10 · Fünf Testszenarien
Siehe auch Euler-Verfahren (explizit) Schrittweite (Δt)
- Diskretisierungsfehler
-
Abweichung, die allein durch die Rechenschrittweite des Verfahrens entsteht. Die Abweichungen zur analytischen Lösung in Szenario 2 sind damit vereinbar.
Vorkommen in Kapitel 10 · Fünf Testszenarien
Siehe auch Diskretisierung Analytische Lösung
E
- Echtzeitfähigkeit Auch: Echtzeit-Patch, fester Takt, garantierter Takt
-
Fähigkeit, einen Takt zuzusichern. Ein fester Takt ist etwas anderes als ein garantierter Takt: Ein Allzweckbetriebssystem gibt keine Echtzeitgarantie, und die Arbeit behauptet das auch nicht.
Vorkommen in Kapitel 3 · Stand der Technik Kapitel 9 · Der Simulationstakt Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen Kapitel 12 · Ausblick
Siehe auch Zykluszeit Simulationstakt
- Energiebilanz
-
Teilmodell des Heiztankmodells: Sie addiert die Heizenergie und zieht die Verdampfungsenergie und den Abflussverlust ab. Ergebnis ist die Fortschreibung der inneren Energie des Wassers.
Vorkommen in Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Massenbilanz Zustandsvektor
- Euler-Verfahren (explizit) Auch: explizites Euler-Verfahren
-
Einfachstes Einschrittverfahren: x(k+1) = x(k) + f(x(k), u(k)) · Δt. Es passt in einen festen Zyklus, ist Schritt für Schritt nachvollziehbar und lässt sich gegen die analytische Lösung prüfen.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell Kapitel 10 · Fünf Testszenarien
Siehe auch Diskretisierung Stabilitätskriterium (Δt/τ < 2) Schrittweite (Δt)
F
- Flanke
-
Wechsel eines Melders von 0 auf 1 oder umgekehrt. Nur solche Flanken werden zur Signalbrücke geschrieben.
Vorkommen in Kapitel 9 · Der Simulationstakt
Siehe auch Melder (B1–B4) Simulationstakt
- Funktionale Anforderungen (FA) Auch: FA-01, FA-06
-
Die sechs Anforderungen FA-01 bis FA-06: Signale der Steuerung einlesen, das Modell in festem Takt rechnen, Grenzwertschalter schrittgenau melden, den Anlagenzustand darstellen, weitere Anlagen als Modell-Plugin ergänzen können und Fehler erkennbar machen.
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen
Siehe auch Nichtfunktionale Anforderungen (NFA)
G
- Galvanische Trennung
-
Übertragung eines Signals ohne leitende Verbindung zwischen zwei Ebenen. Im Hinweg geschieht das optisch über einen Optokoppler, im Rückweg über einen potentialfreien Relaiskontakt.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Optokoppler Potentialfreier Kontakt Wandlerstufe
- Gateway
-
Softwarekomponente gateway.py auf Port 8100, die Kommunikationsschicht. Sie ist die Brücke zwischen serieller Hardware und HTTP und arbeitet mit eigenem Lese- und Schreib-Thread sowie automatischer Wiederverbindung.
Vorkommen in Kapitel 5 · Lösungsansätze und Konzeptentscheidung Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 9 · Der Simulationstakt Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Kommunikationsschicht Orchestrator Signalbrücke
- Grenzfall
-
Betriebszustand am Rand des vorgesehenen Bereichs. In Szenario 5 ist es ein Heizbefehl auf den leeren Tank, der über 1200 Schritte ohne Laufzeitfehler läuft.
Vorkommen in Kapitel 10 · Fünf Testszenarien
Siehe auch Testszenario
- Grenzwertschalter
-
Binärer Melder, der beim Erreichen eines Grenzwerts schaltet. Die Anforderung FA-03 verlangt, ihn schrittgenau zu melden.
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen
Siehe auch Melder (B1–B4) Funktionale Anforderungen (FA)
H
- Heartbeat
-
Regelmäßiges Lebenszeichen der Kopplung, das alle 0,5 s läuft. Bleibt es aus, greift der Watchdog.
Vorkommen in Kapitel 9 · Der Simulationstakt
Siehe auch Watchdog
- Heiztankmodell
-
Rechenmodell eines Druckbehälters mit 0,5 m³ Volumen, darin Wasser, darüber ein Kopfraum aus Dampf und Luft, geheizt mit bis zu 150 kW. Es wird durch fünf Zustandsgrößen und vier Teilmodelle beschrieben.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 8 · Das Heiztankmodell Kapitel 10 · Fünf Testszenarien Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Zustandsvektor Anlagenmodell
- Hinweg
-
Signalrichtung von der Steuerung zur Simulation: 24 V werden über einen Optokoppler (PC817) galvanisch getrennt auf 5 V für die Signalbrücke gewandelt (Abb. 14a). Zwölf Kanäle führen in diese Richtung.
Vorkommen in Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Rückweg Optokoppler
- Hot-Swap
-
Nachladen von Anlagenmodellen zur Laufzeit durch den Orchestrator.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur
Siehe auch Orchestrator Plugin
I
- Ideale Gasgleichung
-
Zusammenhang, nach dem im Modell der Druck im Kopfraum aus der Dampfmasse und der Luftmasse mit ihren Gaskonstanten folgt. Die Teildrücke werden anschließend nach Dalton addiert.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Partialdruck (Dalton) Kopfraum
- IHK-Simulationsplatine Auch: Prüfungsplatine
-
Prüfungsplatine der Industrie- und Handelskammer, angebunden über eine 32-polige Steckkarte; rund 30 Stück sind im Einsatz. Die Anlage existiert darauf nur als aufgedruckte Silhouette, Rückmeldung geben ausschließlich Leuchtdioden, und es gibt keinen inneren Anlagenzustand.
Vorkommen in Kapitel 1 · Ausgangslage Kapitel 4 · Anforderungen Kapitel 8 · Das Heiztankmodell Kapitel 13 · Vorprojekte
Siehe auch IST-Zustand
- Interne Konsistenz
-
Das Modell rechnet, was die Gleichungen fordern. Mehr belegen die Tests der Arbeit nicht: Ohne Messdaten eines realen Tanks bleibt die Validierung auf interne Konsistenz beschränkt.
Vorkommen in Kapitel 10 · Fünf Testszenarien Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Modelltreue Testszenario
- ISO/OSI-Referenzmodell Auch: OSI
-
Schichtenmodell (Open Systems Interconnection), in das die Arbeit die Kopplung einordnet (Abb. 12): Browser, REST-HTTP und WebSocket auf Schicht 7, JSON auf Schicht 6, darunter TCP (4), IP (3), UART-Byterahmung (2) sowie USB und Signalpegel (1). Eine eigenständige Sitzungsschicht gibt es nicht; das Physikmodell liegt oberhalb von Schicht 7.
Vorkommen in Kapitel 3 · Stand der Technik
- IST-Zustand
-
Ausgangszustand vor der Arbeit: allein die Prüfungswand mit Simulationsplatinen ohne innere Zustände. Software gab es zu Beginn nicht.
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen
Siehe auch IHK-Simulationsplatine
J
- JSON
-
Datenformat der Kopplung; im ISO/OSI-Modell auf Schicht 6 eingeordnet.
Vorkommen in Kapitel 3 · Stand der Technik
Siehe auch ISO/OSI-Referenzmodell
K
- Kommunikationsschicht
-
Unterste der drei Softwareschichten: gateway.py auf Port 8100, die Brücke zwischen serieller Hardware und HTTP.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur
Siehe auch Gateway Anwendungsschicht Darstellungsschicht
- Kopfraum Auch: Dampfraum
-
Gasraum über dem Wasser im Tank, gefüllt mit Dampf und Luft; auch Dampfraum genannt. Sein Druck folgt aus Dampf- und Luftmasse.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell Kapitel 10 · Fünf Testszenarien
Siehe auch Partialdruck (Dalton) Heiztankmodell
L
- Leitfragen
-
Drei Fragen, die sich durch die Arbeit ziehen: Kopplung (lässt sich ein Anlagenmodell so an eine Kleinsteuerung koppeln, dass der Wirkungskreis geschlossen ist?), Modellgüte (reicht ein Modell aus Massen- und Energiebilanz?) und Architektur (trägt eine Architektur ohne externe Dienste auch bei mehreren Modellen?).
Vorkommen in Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen
Siehe auch Wirkungskreis (geschlossener)
- Leitungsschutzschalter (-F2) Auch: Elektrofachkraft, Erstprüfung
-
Schutzeinrichtung im Stromlaufplan des Prüfstands. -F2 ist gegen einen zweipoligen zu tauschen; danach steht die Erstprüfung durch eine Elektrofachkraft an, beides vor dem Netzbetrieb.
Vorkommen in Kapitel 7 · Der Prüfstand Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen Kapitel 12 · Ausblick
Siehe auch Stromlaufplan
M
- Massenbilanz
-
Teilmodell des Heiztankmodells: Die Wassermasse wächst über die Zulaufventile und sinkt über den Ablauf und die Verdampfung. Der Ablaufstrom hängt von der Wurzel des Drucks ab.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Energiebilanz Zustandsvektor
- Melder (B1–B4) Auch: B1, B2, B3, B4
-
Digitale Meldungen, die aus dem Zustand des Modells entstehen: B1 meldet den oberen Füllstand ab 450 l, B2 den unteren Füllstand bei höchstens 50 l, B3 die Temperatur ab 95 °C und B4 den Druck ab 2,8 bar. Geänderte Melder gehen über Relaiskontakte zur Steuerung zurück.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 8 · Das Heiztankmodell Kapitel 9 · Der Simulationstakt
Siehe auch Sensorbits Grenzwertschalter Stellsignale (Y1–Y4, E1)
- Modelltreue Auch: Validierung
-
Grad, in dem die Gleichungen einen konkreten realen Tank treffen. Sie ist in der Arbeit nicht belegt; ein Abgleich mit einem echten Tank würde die Validierung von interner Konsistenz auf Modelltreue heben.
Vorkommen in Kapitel 12 · Ausblick
Siehe auch Interne Konsistenz
- MQTT
-
Message Queuing Telemetry Transport: Protokoll, bei dem alle Komponenten über einen zentralen Broker kommunizieren, auf Themen veröffentlichen und abonnieren. Es ist Industriestandard und war Ansatz 1 der Konzeptentscheidung; gewählt wurde stattdessen die Eigenentwicklung aus Gateway und Orchestrator.
Vorkommen in Kapitel 5 · Lösungsansätze und Konzeptentscheidung
- Mugler SE
-
Praxispartner in Oberlungwitz, bei dem Elektroniker für Betriebstechnik und Industrieelektriker ausgebildet werden.
Vorkommen in Kapitel 1 · Ausgangslage
Siehe auch IHK-Simulationsplatine
N
- Nichtfunktionale Anforderungen (NFA) Auch: NFA-01, NFA-02, NFA-03
-
Die drei Anforderungen NFA-01 bis NFA-03: Betrieb ohne externe Dienste, Zykluszeit von höchstens 100 ms und ein Modell, das sich ohne Hardware und Oberfläche prüfen lässt. NFA-02 ist nur teilweise erfüllt.
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen Kapitel 9 · Der Simulationstakt Kapitel 10 · Fünf Testszenarien Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Funktionale Anforderungen (FA) Zykluszeit
O
- Optokoppler
-
Bauteil, das ein Signal optisch überträgt. Im Prüfstand schalten die Ausgänge der Steuerung die Sendedioden einer Optokopplerbaugruppe (PC817); der Fototransistor gibt dafür 5 V an die Signalbrücke ab.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Galvanische Trennung Hinweg
- Orchestrator
-
Softwarekomponente orchestrator.py auf Port 8050, die Anwendungsschicht. Er ruft das Modell in jedem Takt auf, holt das Prozessabbild vom Gateway, lädt Modelle zur Laufzeit nach und versorgt die Browser per WebSocket.
Vorkommen in Kapitel 5 · Lösungsansätze und Konzeptentscheidung Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 9 · Der Simulationstakt Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Anwendungsschicht Gateway Simulationstakt
P
- Partialdruck (Dalton) Auch: Gesetz von Dalton, Teildruck
-
Teildruck, den Dampf bzw. Luft im Kopfraum beitragen. Nach Dalton werden die Teildrücke zum Gesamtdruck addiert.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Ideale Gasgleichung Kopfraum
- Plattform
-
Die Software-Gesamtheit aus Gateway, Orchestrator, Anlagenmodellen und Browser-Oberfläche. Auf ihr laufen 13 Anlagenmodelle ohne Änderung am Orchestrator.
Vorkommen in Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 7 · Der Prüfstand Kapitel 12 · Ausblick
Siehe auch Prüfstand Anlagenmodell
- Plugin Auch: Plugin-Schnittstelle
-
Austauschbares Anlagenmodell mit demselben Aufbau, das der Orchestrator über einen einzigen Aufruf (compute_step) kennt. Die Schnittstelle ist nur als Konvention vereinbart, nicht formal spezifiziert.
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen Kapitel 12 · Ausblick
Siehe auch compute_step Anlagenmodell Prototypisch
- Potentialfreier Kontakt
-
Schaltkontakt der Relaisbaugruppe im Rückweg. Er legt 24 V auf einen Eingang der Steuerung, ohne dass eine leitende Verbindung zur 5-V-Seite besteht.
Vorkommen in Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Relaisbaugruppe Rückweg Galvanische Trennung
- Prototypisch
-
Funktionsfähig, aber nicht formal spezifiziert. So gilt die Plugin-Schnittstelle: Sie trägt 13 Modelle, ist aber nur als Konvention vereinbart.
Vorkommen in Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Plugin
- Prozessabbild
-
Aktueller Zustand der Ein- und Ausgänge, den der Orchestrator zu Beginn jedes Takts vom Gateway holt (GET /api/state).
Vorkommen in Kapitel 9 · Der Simulationstakt
Siehe auch Orchestrator Gateway
- Prüfstand
-
Der verdrahtete Gesamtaufbau als Montagewand: vorne Steuerung, Bedienfeld, Meldeleuchten, Wandlerbaugruppen und Bildschirm der laufenden Simulation, hinten Netzteile und die Verdrahtung der Signalebene. An ihm arbeitet die reale Steuerung gegen das Anlagenmodell.
Vorkommen in Kapitel 5 · Lösungsansätze und Konzeptentscheidung Kapitel 7 · Der Prüfstand Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Plattform Bedienfeld
- PT1-Glied Auch: Verzögerungsglied erster Ordnung
-
Verzögerungsglied erster Ordnung. Das Heizglied des Modells ist als PT1-Glied mit einer Zeitkonstante von τ = 12 s ausgeführt; seine Heizleistung folgt dem Sollwert mit Verzögerung.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell Kapitel 10 · Fünf Testszenarien
Siehe auch Zeitkonstante (τ) Sprungantwort
R
- Raspberry Pi
-
Rechner, auf dem die Simulation läuft und der die Zielplattform der Anlage ist. Die Taktmessung stammt dagegen von einem Windows-Entwicklungsrechner.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 9 · Der Simulationstakt
Siehe auch Plattform
- Relaisbaugruppe Auch: Relaisplatine
-
Baugruppe des Rückwegs: Der Arduino schaltet sie über eine Treiberstufe, ihre Relais (Spulen mit 12 V) legen über potentialfreie Kontakte 24 V an die Eingänge der Steuerung.
Vorkommen in Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Potentialfreier Kontakt Rückweg
- REST-HTTP
-
Anwendungsprotokoll zwischen Gateway und Orchestrator, im ISO/OSI-Modell auf Schicht 7. Es kommt ohne externe Middleware aus.
Vorkommen in Kapitel 3 · Stand der Technik Kapitel 5 · Lösungsansätze und Konzeptentscheidung
Siehe auch WebSocket ISO/OSI-Referenzmodell
- Rückweg
-
Signalrichtung von der Simulation zur Steuerung: Der Arduino schaltet eine Relaisbaugruppe, deren potentialfreier Kontakt 24 V auf den Eingang der Steuerung legt (Abb. 14b). Zehn Kanäle führen in diese Richtung.
Vorkommen in Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Hinweg Relaisbaugruppe
S
- Sättigungsdruck
-
Druck, den das Modell aus der Temperatur berechnet, um zu entscheiden, ob Wasser verdampft: Übersteigt er den Druck im Tank, siedet das Wasser. Er steigt mit der Temperatur steil an; bei 100 °C liegt er bei etwa 1,01 bar.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Antoine-Gleichung
- Schrittweite (Δt)
-
Zeitschritt der Simulation: Δt = 0,05 s, also 50 ms. Sie wird sowohl im Simulationstakt als auch in den Testszenarien verwendet.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Euler-Verfahren (explizit) Simulationstakt
- Schutzgrenzen
-
Begrenzungen im Modell, die unphysikalische Zwischenwerte abfangen. Sie gelten nur im vorgesehenen Betriebsbereich.
Vorkommen in Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Interne Konsistenz
- Sensorbits
-
Digitale Meldezustände, die das Modell aus dem physikalischen Zustand ableitet. Sie sind der Rückgabewert sensors von compute_step.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 10 · Fünf Testszenarien
Siehe auch Melder (B1–B4) compute_step
- Siemens LOGO! Auch: Kleinsteuerung, LOGO!
-
Kleinsteuerung, im Ausbildungsbetrieb überwiegend eingesetzt. Sie ist im Prüfstand die reale Steuerung, die mit unverändertem Programm gegen das Anlagenmodell arbeitet.
Vorkommen in Kapitel 1 · Ausgangslage Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen Kapitel 3 · Stand der Technik Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch SPS (speicherprogrammierbare Steuerung)
- Signalbrücke
-
Arduino Mega mit Firmware, der die 5-V-Signale der Wandlerebene liest und setzt und den Zustand seriell mit 115200 Baud an das Gateway überträgt. Bleibt das Lebenszeichen aus, schaltet die Firmware alle Ausgänge aus.
Vorkommen in Kapitel 3 · Stand der Technik Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 7 · Der Prüfstand Kapitel 9 · Der Simulationstakt Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Arduino Mega Gateway Watchdog
- Simulationstakt Auch: Zyklus, Takt, zeitgesteuert
-
Fester Zyklus von 50 ms (20 Hz), in dem der Orchestrator das Modell aufruft. Die Simulation läuft zeitgesteuert, nicht ereignisgesteuert; der Ablauf eines Takts ist in Abb. 9 dargestellt.
Vorkommen in Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen Kapitel 3 · Stand der Technik Kapitel 5 · Lösungsansätze und Konzeptentscheidung Kapitel 7 · Der Prüfstand Kapitel 8 · Das Heiztankmodell Kapitel 9 · Der Simulationstakt Kapitel 10 · Fünf Testszenarien Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Zykluszeit Echtzeitfähigkeit
- Sprungantwort
-
Verlauf der Heizleistung nach einem plötzlichen Sollwertsprung. Beim PT1-Glied sind nach einer Zeitkonstante 63,2 % des Endwerts erreicht, nach drei rund 95 %, nach fünf 99,3 % (Abb. 8).
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch PT1-Glied Zeitkonstante (τ)
- SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) Auch: IEC 61131, Steuerung
-
Industrielle Steuerung, die fest zur Ausbildung gehört. Die Norm IEC 61131 steht für die speicherprogrammierbare Steuerung selbst; in der Arbeit ist „Steuerung“ die Kurzform für die reale SPS.
Vorkommen in Kapitel 1 · Ausgangslage Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen Kapitel 3 · Stand der Technik Kapitel 4 · Anforderungen
Siehe auch Siemens LOGO!
- Stabilitätskriterium (Δt/τ < 2)
-
Bedingung, unter der das explizite Euler-Verfahren für ein PT1-Glied stabil ist: Δt/τ < 2. Hier beträgt das Verhältnis etwa 0,004; die Aussage betrifft nur das Heizglied.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Euler-Verfahren (explizit) PT1-Glied
- Stellsignale (Y1–Y4, E1) Auch: Y1, Y2, Y3, Y4, E1
-
Signale, mit denen die Steuerung die Anlage stellt: die Zulaufventile Y1 und Y2, das Ablaufventil Y3, das Entlüftungsventil Y4 und der Heizbefehl E1. Sie sind die Eingaben des Modells.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Melder (B1–B4)
- Stromlaufplan Auch: Selbsthaltung, Not-Halt, aufgelöste Darstellung
-
Dokumentiert die elektrische Auslegung des Prüfstands (Abb. 13). Er ist in aufgelöster Darstellung gezeichnet und enthält die Selbsthaltung des Schützes -Q1 und den Not-Halt.
Vorkommen in Kapitel 7 · Der Prüfstand
Siehe auch Leitungsschutzschalter (-F2) Prüfstand
- Systemgrenze
-
Abgrenzung dessen, was zum System gehört: das Simulationssystem, das die Anlage nachbildet und ihren Zustand darstellt. Steuerung, Bedienfeld, Monitor und Bediener grenzen daran an; ausgetauscht werden nur binäre Signale (Abb. 17, Abb. 18).
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Funktionale Anforderungen (FA)
T
- Testszenario Auch: Szenario, Szenarienlauf
-
Definierter Lauf des Heiztankmodells, dessen Messung einer Erwartung gegenübersteht. Die Arbeit prüft fünf Szenarien direkt an der Modellfunktion: Befüllen, Heizen, Druckaufbau, Entleeren und einen Grenzfall mit leerem Tank.
Vorkommen in Kapitel 10 · Fünf Testszenarien Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Bewertungskriterien Grenzfall Interne Konsistenz
- Topic Auch: Thema
-
Themenkanal bei MQTT: Eine Komponente veröffentlicht darauf, andere abonnieren ihn.
Vorkommen in Kapitel 5 · Lösungsansätze und Konzeptentscheidung
V
- V-Modell (VDI 2206) Auch: VDI 2206, Konzeptentwurf, Systementwurf, Domänenentwurf, Schnittstellentest
-
Entwicklungsmethodik für mechatronische Systeme, nach der die Arbeit vorgeht. Jedem Entwurfsschritt links ist auf gleicher Höhe rechts ein Nachweis zugeordnet: den Anforderungen die Bewertung, dem Konzeptentwurf der Szenarienlauf, dem Systementwurf der Schnittstellentest und dem Domänenentwurf die Prüfung der Gleichungen (Modultests).
Vorkommen in Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen Kapitel 3 · Stand der Technik
Siehe auch Testszenario
W
- Wandlerstufe Auch: Wandlerebene
-
Baugruppe, die Signale zwischen der 24-V-Ebene der Steuerung und der 5-V-Ebene der Signalbrücke überträgt. Jede Richtung hat eine eigene: im Hinweg optisch über einen Optokoppler, im Rückweg über potentialfreie Relaiskontakte.
Vorkommen in Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 7 · Der Prüfstand Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Hinweg Rückweg Galvanische Trennung
- Watchdog Auch: Überwachungszeitgeber
-
Überwachungszeitgeber der Kopplung, dreistufig mit 2 s Grenze. Bleibt das Lebenszeichen aus, stellt die Firmware der Signalbrücke selbständig einen definierten Zustand her (alle Ausgänge aus), statt den letzten Stand einzufrieren.
Vorkommen in Kapitel 9 · Der Simulationstakt
Siehe auch Heartbeat Signalbrücke
- WebSocket
-
Anwendungsprotokoll zwischen Orchestrator und Browser, im ISO/OSI-Modell auf Schicht 7. Über ihn geht der Zustand in jedem Takt an alle verbundenen Browser.
Vorkommen in Kapitel 3 · Stand der Technik Kapitel 5 · Lösungsansätze und Konzeptentscheidung Kapitel 6 · Systemarchitektur Kapitel 9 · Der Simulationstakt
Siehe auch REST-HTTP Darstellungsschicht
- Wirkungskreis (geschlossener)
-
Die Ausgänge der Steuerung wirken auf die Simulation, deren berechnete Meldungen auf demselben Weg zu den Eingängen der Steuerung zurückkehren. Damit arbeitet ein unverändertes Steuerungsprogramm gegen das Modell.
Vorkommen in Kapitel 2 · Ziel und Vorgehen
Siehe auch Leitfragen Rückweg
Z
- Zeitkonstante (τ)
-
Kenngröße eines PT1-Glieds: Nach einer Zeitkonstante hat der Ausgang 63,2 % seines Endwerts erreicht. Das Heizglied des Modells hat τ = 12 s.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell Kapitel 10 · Fünf Testszenarien
Siehe auch PT1-Glied Sprungantwort
- Zustandsvektor Auch: Zustandsgrößen
-
Die fünf Zustandsgrößen x(k) des Heiztankmodells: Wassermasse, innere Energie des Wassers, Dampfmasse, Luftmasse und aktuell wirkende Heizleistung. Alles Weitere, etwa Temperatur und Druck, wird daraus berechnet.
Vorkommen in Kapitel 8 · Das Heiztankmodell
Siehe auch Massenbilanz Energiebilanz
- Zykluszeit Auch: Zyklusfrequenz, Takttreue
-
Dauer eines Simulationstakts. Die Anforderung NFA-02 verlangt höchstens 100 ms; gemessen wurde auf dem Windows-Entwicklungsrechner im Mittel 55,78 ms (17,9 Hz statt 20 Hz). Die Schranke wird im Mittel gehalten, aber nicht zugesichert.
Vorkommen in Kapitel 4 · Anforderungen Kapitel 9 · Der Simulationstakt Kapitel 11 · Ergebnis und Grenzen
Siehe auch Simulationstakt Echtzeitfähigkeit Nichtfunktionale Anforderungen (NFA)
Kein Begriff gefunden. Andere Schreibweise oder Kürzel probieren.
Das Glossar erklärt die Begriffe so, wie sie in dieser Erklärung der Arbeit verwendet werden. Für Normen und Verfahren siehe Quellen & Normen.